Die Instrumenten-Desinfektion
Grundsätzlich werden bei mir 3 Schritte zur vollkommenen Hygiene und Sterilisation angewendet. Es ist nicht der schnellste und günstigste Weg – aber der einzige!
Auch wenn Ihr euch nicht bei mir tätowieren lasst, fragt den Tätowierer ob er Euch nachweisen kann (schriftliches, ausgedrucktes Protokoll!!!) das seine Instrumente steril sind! Wenn nicht, würde ich zu jemand anderen gehen. Desinfektion, Sterilisation und Reinigung aller benutzten Instrumente gehören zu den wichtigsten prophylaktischen Maßnahmen zu Deiner Sicherheit.

1. Das chemische Verfahren:
Direkt nach der Benutzung werden die Instrumente in eine spezielle Desinfektionslösung eingelegt. Diese Lösung würde in den meisten Fällen schon ausreichen ein Instrument zu desinfizieren, ist aber erst ein Schritt in der Reihenfolge der Desinfektion/Sterilisation. Die einzige dazu vom Robert-Koch-Institut (RKI) anerkannte Methode ist das Einlegen der Geräte in eine Instrumentenwanne.
Die dabei verwendeten Präparate müssen die Anforderungen der DGHM (Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie) an die Instrumentendesinfektion erfüllen und eine breite Viruswirksamkeit (unter Einschluß von HBV und HIV) aufweisen.
Nachdem die Desinfektion durchgeführt wurde, müssen die Instrumente mit vollentsalztem Wasser abgespült, auf Rückstände kontrolliert, ggf. nachgereinigt und mit Einmal- oder Einweghandtuch abgetrocknet werden.2. Die Ultraschallreinigung:
Dieses Verfahren stellt die Möglichkeit der perfekten Instrumentenreinigung dar. Im Ultraschallbad – einer Schwingwanne – wird Energie in Wärme umgesetzt. Ca. 35.000 Schwingungen pro Sekunde bringen die Reinigungsflüssigkeit zum Schwingen, kleinste Vakuumbläschen implodieren (sogenannte elektrische Bürsten) und lösen somit sogar kleinste Verschmutzungen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Die Gebrauchslösung im Ultraschallgerät sollte möglichst nicht über 40°C erwärmt werden.
Wie bei der chemischen Desinfektion ist es auch hier möglich, mit einem entsprechenden Präparat, Desinfektion und Reinigung in einem Arbeitsgang vorzunehmen – z.B. mit Actoclean oder Edisonite Pulver. Selbst bei starker Verschmutzung der eingelegten Instrumente wird eine optimierte Reinigungsleistung erbracht. Das verwendete Ultraschallgerät ist für die medizinische Aufarbeitung von Instrumenten zugelassen und nicht mit den haushaltsüblichen Ultraschallreinigern zu vergleichen.
3. Instrumenten-Sterilisation
Unter Sterilisation versteht man das Abtöten oder Entfernen aller lebensfähigen Vegetativ- und Dauerformen von pathogenen und apathogenen Mikroorganismen in Stoffen oder an Gegenständen.
Die Verpflichtung zur Sterilisation besteht nur dann, wenn mit den Instrumenten eine Verletzung der Haut beabsichtigt wird (Tätowieren & Piercen). Ansonsten gelten Desinfektion und Reinigung als hygienisch ausreichend. Zur eigenen Sicherheit empfiehlt es sich jedoch, die Sterilisation einzusetzen, wenn Instrumente sichtbaren Kontakt mit Körperflüssigkeiten (Blut, Eiter etc.) hatten. Es gibt nur noch eine wirklich zugelassene Methode der Sterilisation von Tätowierinstrumenten:
Die Dampfsterilisation im Autoklaven: Hierbei werden die Instrumente durch gespannten und gesättigten Wasserdampf in einem Druckkessel (Autoklav) bei 120 – 134°C und 1 – 2 bar Überdruck bei einer druck- und geräteabhängigen Einwirkzeit von gewöhnlich 20 – 30 Minuten, sterilisiert. Wobei im Vorfeld der Sterilisation aus der Druckkammer unbedingt mit einem Vakuum alle vorhandene Luft entfernt werden muss um eine sichere Sterilisation der Hohlkörper (Tattoo-Griffstücke sind Hohlkörper) zu gewährleisten.